Partnerschaft: Unterwegs zum «wir»

«Es ist nicht gut, dass der Mensch (Adam) allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei» (wörtlich: «eine Hilfe, als sein Gegenüber»). Diese Stelle aus dem ersten Mosebuch der Bibel wird oft im Zusammenhang mit christlich orientierten Partnerschaften zitiert. Fühlen sich Singles einsam und ist es tatsächlich nicht gut, wenn der Mensch «alleine» ist? Ist Gott gegen allein stehende Menschen? Wenn man den oben zitierten Bibelvers aus 1. Mose, Kapitel 2, Vers 18 liest, könnte man es so verstehen. Partnerschaft und Beziehungen hier im Fokus. 

Die Themen im Überblick:

Ist als Single leben Einsamkeit vorprogrammiert?

Single sein oder in einer Partnerschaft leben hat nichts mit dem eigenen Wert zu tun.

Partnerschaft: Unterwegs zum «wir»

Manchmal lohnt es sich – insbesondere bei Bibeltexten – genauer hinzusehen. Bei diesem Text, bei der genannten Situation fällt auf, dass Adam zu dieser Zeit der einzige Mensch auf der Erde war, also auch keine Freunde und Kollegen hatte. Wer Alleinsein kennt weiss: auf die Dauer kann das ganz schön öde werden. Auch wenn wir uns zwischendurch nach mehr Zeit für uns selbst sehen.

Dass Alleinsein für jeden Menschen unter diesen Umständen schlecht ist, ist durchaus nachvollziehbar. Stetige Einsamkeit ist nichts für das «Herdentier» Mensch.

Singles wünschen sich einen Partner und Paare manchmal mehr Freiraum

Vieles, was man nicht hat, ist reizvoll – zumindest so lange, bis man auch die herausfordernden Seiten davon kennen gelernt hat.

  • Singles laufen Gefahr, nur die schönen Seiten einer Partnerschaft zu sehen. Familie als Himmel auf Erden und einen Partner, der einen so liebt, wie man ist.
  • Paare wünschen sich manchmal mehr Freiraum, insbesondere wenn Kinder da sind, die intensiv betreut werden müssen.

Ob Single oder Partnerschaft, beide Lebensformen haben schöne Seiten, fordern jedoch auch heraus.

Partnerschaft und Beziehungen können herausfordernd oder herausfördernd sein ...

Partnerschaft und Beziehungen können herausfordernd oder herausfördernd sein …

Herausforderung Partnerschaft und Singlesein: «Warum sagt einem das niemand vorher?»

Der Film «Marley und ich» erzählt die Geschichte des frisch verheiraten Paars John und Jenny Grogan. Die beiden ziehen vom kalten Michigan ins warme West Palm Beach in Florida, um dort gemeinsam Schritt für Schritt ihren neuen Lebensweg zu gehen. John ist sich bezüglich Kinder noch unsicher. Auf den Tipp seines Freundes Sebastian hin, kauft er einen Hund. Wie sich herausstellt, ist dieser nicht nur schwer zu erziehen, sondern nimmt durch seine ungestüme und tollpatschige Art einen enormen Einfluss auf das Familienleben, welches nach und nach mit drei Kindern bereichert wird.

In einer Szene fragt Jenny, am Ende ihrer Kräfte: «Warum sagt einem das niemand vorher?»

Dieser Film ist ein gutes Beispiel, dass Familie oft eine grosse Herausforderung ist. Eigene Pläne müssen zurückgestellt, aus dem Ego muss ein «wir» werden, und zwar in sämtlichen Fragen der gemeinsamen Zukunft. Ohne Verzicht geht es nicht.

Gemeinsam oder einsam

John und Jenny Grogan organisieren sich und finden einen Weg. Als der Hund Marley stirbt, ist der Verlust dieses geliebten, wenn auch unbändigen Tieres, deutlich spürbar. Der Film zeigt Werte auf, wofür es sich zu leben lohnt.

Man muss bereit sein, seine Vorstellungen loszulassen, sich gemeinsam zu arrangieren und neue Wege zu finden.

Die Wahl lautet: gemeinsam oder einsam. Einsamkeit in einer Beziehung ist durchaus möglich und schwer zu ertragen. Um gemeinsame Wege geht es auch in einer WG (Wohngemeinschaft) oder als Single (unterwegs sein mit Freunden). Auch hier gilt es, gewisse Regeln einzuhalten und gemeinsame Wege zu finden.

Beziehung ist Arbeit und bedeutet sich immer wieder selbst zu reflektieren.

Beziehung ist Arbeit und bedeutet sich immer wieder selbst zu reflektieren.

Weggefährten – gleich ob Freunde oder Partner – sind wie ein Spiegel

Soziales Leben gestalten muss nicht «nur» zwischen Mann und Frau stattfinden. Die beteiligten Partner und die Form, die gelebt wird, bestimmen Regeln, Wege und auch Umwege. In diesem gemeinsamen Unterwegssein braucht es Freunde, Kollegen und Ehepartner, die einen unterstützen und umgekehrt. Da gehören auch unangenehme Feedbacks dazu.

Erst der Spiegel hilft eine Korrektur vornehmen zu können und das «Unterwegssein zum wir» möglich zu machen.

Darum ist es gut, dass der Mensch nicht allein ist.

© Christliche-Werte.ch, aktualisiert am 29.5.2026/Andreas Räber

Autor

Andreas Räber ist Enneagramm-Coach/Trainer und GPI®-Coach und fundierter Querdenker. Er fördert neue Denk- und Sichtweisen, zum einen als Autor zahlreicher Blogs, Fachartikel und Kurzgeschichten rund um Beruf, Glauben und Leben. Zum anderen begleitet er seit über 15 Jahren Menschen bei Themen wie Standortbestimmung, berufliche Neuorientierung, berufliche Selbstständigkeit, Persönlichkeitsentwicklung etc.

Er ist Inhaber der Webseiten christliche-werte.ch, christliche-lebensberatung.ch, ausbildung-tipps.ch, berufliche-neuorientierung.ch und christliche-feiertage.ch und Autor des wöchentlichen Impuls-Newsletters «Anstubser».

Andreas Räber ist zudem seit über 24 Jahren im Bereich Internet und Online-Marketing tätig.

Enneagramm-Coach/Trainer, GPI®-Coach, Andreas Räber, Pfäffikon ZH

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