Fair Trade – für menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Geschichten über Kinder, die als «billige» Arbeitskräfte missbraucht werden, sind längst keine Seltenheit mehr. Diese schockierenden Meldungen lösen aber auch etwas Gutes aus. Sie bewirken nämlich, dass immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen wissen wollen, woher ein Produkt kommt und vor allem, unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Endverbraucher, welche Produkte boykottieren, die unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen produziert wurden, trifft man deshalb immer häufiger an. Sie haben heute die Möglichkeit so genannte Fair-Trade Produkte zu kaufen. Wie kam es zu diesem beliebten Label?

Fair Trade: Arbeiten zu besseren Bedingungen

Fair Trade: Arbeiten zu besseren Bedingungen

Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen

Damit Informationen über Missstände im landwirtschaftöichen Anbau und in der Herstellung von Produkten überhaupt bis an unser Ohr vordringen konnten, brauchte es Menschen, die diese Ungerechtigkeiten aufdeckten und an die Öffentlichkeit trugen. Eduard Douwes Dekker lebte viele Jahre in den ostasiatischen Kolonien der Niederlande. Dekker arbeitete dort als Angestellter für die niederländische Regierung und war mit den kolonialen Gepflogenheiten vertraut. 1860 veröffentlichte er den Roman «Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft». In diesem teilweise autobiografischen Werk stellte der Autor die herrschenden Missstände an den Pranger.

Mitarbeiter als hohes Gut

Erfreulicherweise finden sich aber auch heute (noch) Arbeitgeber, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Denen das Wohlergehen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich am Herzen liegt. Und die erkannt haben, dass nur glückliche Arbeitnehmer wirklich gute und produktive Mitarbeiter sind. Mitarbeiter, die dem Betrieb dazu verhelfen, weiterzukommen.

Kaffee – erstes zertifiziertes Produkt

Infolge des anhaltenden Kaffeepreiszerfalls verschlechterten sich auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kaffeebauern zusehends. Um dem entgegenzuwirken, brachte die Max-Havelaar Stiftung 1992 als erstes zertifiziertes Produkt den Max-Havelaar-Kaffee auf den Markt. Durch einen konstanten Mindestpreis und Fair Trade-Prämien* für die Kleinbauern konnten deren Lebensstandard und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Bald darauf folgten weitere Produkte wie Bananen, Blumen, Fruchtsäfte, Baumwolltextilien, verschiedene Honigsorten, Reis, Tee, Zucker, eine Vielzahl von Schokolade-/Kakao-Produkten und noch viele andere. Die Produktepalette wird laufend erweitert.

*Fair Trade-Prämien erhalten die Produzenten, um Projekte zu realisieren, die der Qualitäts- und Produktionsverbesserung dienen. Aber auch zur Förderung von Bildung und Gesundheit.

Solidarität hat ihren Preis

Geht es darum, die Lebens- und Arbeitsbedingungen armer Kleinbauern zu verbessern, greifen Herr und Frau Schweizer auch gerne etwas tiefer in die Geldbörse. Wo allerdings die Schmerzobergrenze für ein Fair Trade-Produkt liegt, lässt sich nicht genau ermitteln, da diese stark abhängig von der Höhe des Haushaltbudgets ist. Tatsache ist, dass im Jahr 2012 die Konsumenten durchschnittlich Fr. 50.— für Max Havelaar-Produkte ausgegeben haben. Und wer sich beim Einkauf für Produkte mit dem Fair Trade Label entscheidet, hilft aktiv mit, die Armut in Ländern wie Lateinamerika, Afrika und Asien zu mildern und zu bekämpfen.

 

 

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