Die Weihnachtsgeschichte: Stille Nacht, bewegte Nacht

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Weihnachten. Vom Stall in Bethlehem. Von Maria und Josef. Sie wird jedes Jahr an vielen Orten auf der ganzen Welt vorgelesen und spricht Menschen jeglichen Alters an. Wie diese Geschichte uns näher kommen kann. 

Josef, Maria, ein neugeborenes Kind mit besonderer Berufung und der Stall – ein Sinnbild für Weihnachten. Laut biblischem Bericht kam an jenem Abend, in dieser einfachen Umgebung, Jesus Christus zur Welt. Er wurde bereits Jahrhunderte vorher als Gottes Sohn angekündigt, der sein Volk in die Freiheit führt.

Weihnachten und seine Geschichte: Was sie heute bedeuten kann.

Weihnachten und seine Geschichte: Was sie heute bedeuten kann.

Weihnachten heute: Was uns die Weihnachtsgeschichte vermitteln kann.

Weihnachten: Neue Perspektiven

Neue Perspektiven sind immer interessant. Laut Bibel beginnt mit dem Christkind eine neue Welt. Sein Wirken ist nicht, wie damals erwartet, primär politisch, sondern in erster Linie zwischenmenschlich.

Anstatt die Macht zu übernehmen, revolutioniert er Beziehungen.

Herausfordernde und dunkle Zeit

Weihnachten findet in der dunkelsten Zeit des Jahres statt. Maria war hochschwanger und musste mit Josef nach Betlehem reisen, um an der von der Regierung angeordneten Volkszählung teilzunehmen. Es ging um Steuern, um Geld und Macht. So zogen die beiden los und fanden aufgrund des grossen Andrangs in der Stadt als Unterkunft nur noch einen Stall.

Ein Stall von damals war nicht gleich gebaut wie die heutigen. Wenn wir etwas nicht kennen, nehmen wir in der Regel unsere bisherigen Erfahrungen und machen uns damit eine Vorstellung von dem, was sein könnte. Einen Stall, wie wir ihn kennen mit Protagonisten, die denken und handeln wie wir.

So funktioniert unser Umgang mit Unbekanntem. Etwas Neues nicht mit etwas Bisherigem verbinden zu können, bedeutet, es nicht zu verstehen und nicht nachvollziehen zu können.

Die Weihnachtsgeschichte: Umgang mit unbekannten Herausforderungen

Weihnachten ist auch das Fest der Freude. Da drängt sich tief in mir die Pflicht auf, mich freuen zu müssen – auf etwas, das mir, wie beschrieben, weit weg erscheint. Die Weihnachtsgeschichte, geschehen in einer anderen Zeit und Kultur.

Wo ist die Verbindung zum Heute? Was können wir, im 21. Jahrhundert lebend, aus der original Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas Evangelium herausnehmen?

Wenn wir Zeit und Kultur weglassen, ist in der Weihnachtsgeschichte eine angehende Familie unter schwierigen Umständen unterwegs. Die Handlung findet zudem in einer Zeit mit grossen Herausforderungen statt.

Umbruch. Aufbruch. In solchen Momenten wünschen wir uns alle Sicherheit.

Entwicklungsprozesse fühlen sich immer mehr oder weniger schwierig an. Ein Ende in Sicht wäre oft schon beruhigend und in Ungewissheit zu stecken, das kostet viel Kraft.

Der Blick auf die Weihnachtsgeschichte zeigt Überraschendes: Inmitten von Macht und Gier der damaligen Regierung wurden neue Perspektiven geboren. Sie waren anders als erwartet. Unscheinbar.

Damals erwarteten die Menschen eine schnelle und offensichtliche Veränderung. Auf einen König, der sie befreit. Sie sahen die Entwicklung im Kleinen und die damit verbunden Chancen nicht.

Jeder Same ist klein und unscheinbar und Wachstum hat seine eigenen Gesetze.

Fragen zulassen

«Stille Nacht, bewegte Nacht», so lautet der Titel dieses Inputs zur Weihnachtsgeschichte. Was bewegt an Heiligabend? Sinnbildlich sehe ich eine junge Frau, einen Mann, ein Kind an einem gemeinsamen Startpunkt,  unterwegs in eine ungewisse Zukunft, verbunden mit vielen Fragen.

Die Weihnachtsgeschichte erinnert mich an die Geburt unseres ersten Kindes und der damit verbundenen Veränderung. In diesem Moment wurde mir meine Verantwortung diesem hilflosen Wesen gegenüber bewusst und ich sah all die Gefahren dieser Welt, die sich in meinen Gedanken hemmungslos vermehrten.

Weihnachten ermöglich neue und andere Beziehungen

Weihnachten ermöglich neue und andere Beziehungen

Weihnachten heute: Was uns die Weihnachtsgeschichte vermitteln kann.

Beziehungen als roter Faden

Auch die Wichtigkeit meiner Beziehung zu meinem Kind, meiner Familie und meinen Mitmenschen ist mir neu aufgegangen.

Beziehungen sind der rote Faden, der uns durch unser Leben trägt. Wenn sich die Welt verändert, wenn alles auf dem Kopf steht, sind stabile Beziehungen unsagbar wertvoll.

Menschen brauchen Beziehungen. Gute Beziehungen lassen uns aufleben. Schwierige können uns lähmen. «Alle Probleme sind Beziehungsprobleme», sagte der österreichische Arzt und Begründer der Individualpsychologie, Alfred Adler.

Die Beziehung zu uns selbst nimmt grossen Einfluss darauf, wie wir Beziehungen nach aussen leben. Nimmt grossen Einfluss auf unsere Lebensgestaltung.

Das Kind aus der Weihnachtsgeschichte schuf neue Voraussetzungen für Beziehungen

Das Kind aus der Weihnachtsgeschichte wuchs auf und lebte seine herausfordernde Vision. Es war mutig, sprach viel in der Öffentlichkeit und hielt trotz Widerstand an seiner Überzeugung fest. Es rückte Macht und Gier ins richtige Licht, suchte das Wohl der Gesellschaft, verwies auf Festgefahrenes, auf unnötige Hierarchien und Intrigen. Sein Leben war authentisch. An öffentlichen Diskussionen war es mit dabei, nahm sich aber auch die nötigen Auszeiten.

Seine Verkündigung zielte nicht auf konkurrierende Fronten, sondern auf gemeinsame Wege. Auf liebesfähige und tragende Beziehungen. Zu sich selbst, zu Gott und zu den Mitmenschen.

Weihnachten ist das Fest der Beziehungen. Auf diese Weise kommt mir diese Geschichte ganz nah!

© christliche-werte.ch/Andreas Räber, GPI®-Coach – 08.12.2021

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